Montag, 6. August 2018

Tag 13 - Denkste!

Hi mein Schäfchen!
Es ist Montag. Und weil Montage für die meisten Leute ja scheiße sind, ging es auch bei mir scheiße los… Ich bin morgens nach dem Frühstück gleich zu den Schafen hochgefahren. Weil ich gestern ja noch alle Löcher im Zaun und den Mauern mit Peter (so gut es eben ging ohne Bagger) repariert hab, dachte ich heute wird’s voll schnelle Welle gehen mit den Schafen, weil die ja nirgend mehr hin ausbüchsen können. Rein, Zählen, Füttern, Fertig. Klarer Fall von „denkste!“. Pustekuchen gab’s nämlich heute oben in Cooldurragh. Ich komm da an und ratet wie viele Schafe da waren… 18! Geil!. Was sollte denn der Scheiß schon wieder?! Ich hab die schon auf dem Nachbarfeld gesehen als ich mit dem Auto vorbeifuhr. Und ich hatte Emma nicht mit… Na prima. Das hieß also ich musste die ganze Strecke allein hochlatschen. Ich hab mein Auto oben am Haupttor stehen lassen, bin zurück über die Nachbarwiese gelatscht und die Schafe sind dann alle - ohne dass ich sie sehen konnte - zurück auf unser Land marschiert. Als ich da dann auch wieder ankam, sah ich dass die erste Lücke, die Scott nach unserer 2,5- stündigen Jagd- und Suchaktion repariert hatte so gut es ging, wieder aufgerissen war. Toll! Ich hab versucht die Zaunfelder wieder aufzustellen, aber rings rum war nur platt getrampeltes Gestrüpp, da konnte ich auch mit Seilen nicht festzurren oder so. Ich hab die wieder hingestellt und n paar Klamotten drum rum drapiert, damit das nicht von allein umfällt, aber das hätten die schnell wieder um geschuppst, die Biester.
Hat ohne Emma alles etwas länger gedauert… Und dann bin ich runter zum Füttern und zähle eben nur 18. Aber ganz ehrlich: Das Tor zu en anderen Feldern hatte ich gestern Abend nicht wieder aufgemacht als ich mit Peter los bin, also konnte die nirgends hin. War mir auch egal. Ich hab Futter hingestellt… die würden schon wieder kommen. Langsam auch nicht mehr mein Problem, wenn Peter einfach zu bequem ist Zäune um sein Land zu ziehen und stattdessen lieber segeln fährt. Da ist er seit gestern nämlich schon wieder. Bis Samstag! Hatte ich aber glaube ich erzählt…^^
2h später hörte ich dann ein Auto auf dem Hof und es hupte. Mir war sofort klar, dass das jetzt hundert pro irgendein Farmer ist. Gott sei Dank war es nur Johnny, der einzige Farmer, der da relativ entspannt ist, wenn unsere Viecher (wieder mal) auf seinem Land sind. Ich erkläre Euch mal kurz worüber wir uns unterhalten haben: Johnny: Ist Peter da?
Caro: Nein, der ist segeln. Wieso? Ist was mit den Schafen?
Johnny: Die sind wieder auf meinem Land. Wird er heute Abend wieder zurück sein? Kannst Du ihm Bescheid sagen?
Caro: Der kommt erst Samstag wieder… Johnny: Und wo ist sein Sohn?
Caro: Scott? Der ist oben im Haus, aber ich kann das auch erledigen. Ich fahr gleich mal hoch.
Sehr eindeutige Aussage meinerseits oder?! Ja, da denk ich nämlich auch. Ich mich also ins Auto geschwungen, da hochgeeiert - diesmal natürlich MIT Emma - und als ich ankam, war Johnny schon dabei die Schafe wie ein Wilder zurück über die Steinmauer zu scheuchen, die ich mit Peter repariert hatte. Die neue Lücke quasi. Die war jetzt noch größer als vorher. Was ich da mit den Zaunfeldern zusammen gestammelt hatte stand zwar noch, aber daneben waren jetzt noch etliche neue Steine runtergerissen. Und das war ja auch hoch. Denkt der Typ nicht mal darüber nach, dass die sich evtl. verletzen könnten, wenn der die da so rüber jachtet?! Anscheinend nicht! Aber sind ja auch nicht seine Tiere. Aber ich denke auch der wird langsam angepisst sein. Die Herde (oder Teile davon) sind in der letzten Woche immerhin jeden Tag ausgebüchst. Zwar nicht immer auf sein Land, aber die letzten Tage schon. Durchgetrampelt sind sie da auf jeden Fall ständig und haben alles vollgeköttelt.^^
Naja, war ich heute also schon 2 Mal bei den Schafen und es war noch nicht mal Mittag. Ich hab diesmal aber auch den Rest der Herde gesucht. Die waren wieder mal im Niemandsland von dem Bauern, der grade in Großbritannien ist. Da ist es egal, aber ich hab sie trotzdem zurück gebracht, bzw. Emma hat das gemacht. Und diesmal hab ich das sogar gefilmt. Ich hab ja schon vom Wieseneingang gesehen, dass die da oben rumstehen und dann ist Emma hoch, mitten in die Herde rein, durch bis ans Ende und hat die dann von hinten angebellt. Und sie sind abgedampft. 3 haben sich von der Gruppe abgespalten und blieben zurück als Emma den Großteil bis zu mir auf den Wiesenabschnitt gescheucht hatte. Ich gab ihr ein Zeichen so von wegen „Da sind noch welche“ und sie ist die nächste Böschung raufgehopst und hat die anderen 3 zur Gruppe getrieben… Und die ganze Gruppe dann runter vom Feld und in Richtung unser Feld 1. Man hat richtig gesehen, dass sie treibt und nicht jagt. Sie war nämlich so dicht dran, dass sie die hätte beißen können, sie hat aber ihre Geschwindigkeit gedrosselt und die Schafe dann wieder angebellt. „Ey, lauf doch mal schneller!“
Als ich dann mit ihr wieder im Feld 1 war, hab ich nur geguckt ob die wieder nach oben Richtung Ausbruchstelle gelaufen sind, waren sie aber nicht – na besser ist auch. Haben sich alle im Fed 2 unten im Waldstück versteckt.
Und das alles haben wir bei totalem neben und Nieselregen gemacht ne?! War echt nicht so schön heute. Der krasse Ausblick von Cooldurragh runter zur Bucht war… naja… es war nichts zu sehen. Am Turm in der Mitte war einfach mal Schluss, weil der Rest dahinter krass im Dunst versunken ist.

Gegen Abend klarte es aber nochmal auf und so bin ich gegen 18 Uhr nochmal mit Emma und der Cam losgezogen. Wir sind zum Hafen rüber und danach den Weg zu Fuß hoch, bei dem ich am 4 Tag mein transzendentales Erlebnis hatte. War wieder sehe beeindruckend. Nicht so sehr wie das erste Mal, aber schön war es trotzdem. Ab und zu spricht einen hier jemand an, wenn der Hund brav ohne Leine neben einem bei Fuß läuft. Witzig.
Und dann hatte ich auf dem Rückweg – es zog sich langsam zu und ich wollte nicht noch nass werden in meinem kurzen Sachen – eine Begegnung der dritten Art. Als ich an diesem süßen kleinen Haus vorbeikam was ich Euch gezeigt hab (gänzlich aus Stein, mit blauer Tür und blauen Fensterrahmen und den pinken Blumen davor) saß gegenüber auf der Rasenfläche auf dem Stein ein Opa. Er Opa sprach mich schon von weitem an, ich konnte ihn aber nicht verstehen. Ich hatte meinen Musikwürfel in der Hosentasche und drückte erstmal auf Pause, weil ich dachte, es würde ein kurzer Smalltalk werden. Noch ein Klassischer Fall von „Denkste!“ Der Opa hat noch so einiges gesagt aber ich hab Null verstanden. Ich hab mich gleich mal entschuldigt und ihm gesagt dass ich ihn nicht verstehen kann. Er hat locker 3 Mal angefangen irgendwas zu sagen ODER zu fragen (keine Ahnung!^^) aber ich hab nichts verstanden! Gar nichts! Wieso? Mein englisch ist ja eigentlich recht passabel… Er war ein „local man“! (Und es ist schon schwierig Scott zu verstehen…) Ich hab erstmal überlegt wie man das in Deutsch wohl sagen würde. „Ein Einheimischer“, klar! Der wohnte vermutlich schon sein ganzes Leben da. Er hat nach „local man“ auch gesagt wie lange er dort schon lebt, aber
- ihr erahnt es sicher – ich konnte ihn nicht verstehen. Nachdem ich ständig lachen musste, den Kopf schüttelte und mich für mein Unverständnis entschuldigte, gab er sich etwas Mühe langsam zu sprechen, was seinen Horror-Dialekt allerdings keinen Deut besser machte. Er nuschelte alles weg und sprach dabei trotzdem total abgehackt, zwei Dinge, die sich eigentlich gar nicht miteinander vereinen lassen, dachte ich. Tja… Pustekuchen! Er konnte.
Als es nach 2min einigermaßen besser wurde mit dem Verständnis – gefühlt waren es 10min – hat er mich gefragt ob ich verheiratet sei. Ich schaute auf den Ring an meiner rechten Hand… „Nein“. Er sagte dann müsste ich ihn heiraten. Er hat ein schönes großes Haus oben auf dem Berg, da sei es ganz toll. Ehm… ja… okay. „Ich denke nicht.“^^ er hat auch gefragt was ich hier so mache, ob ich in den Ferien bin oder so… und ich erklärte ihm dass ich bei Peter auf der Schaffarm arbeitete. Die beiden wohnten quasi um die Ecke, aber er kannte Peter nicht. Er wollte nur wissen was für eine Farm und wo und als ich meinte „in Cooldurragh“ hat er auch festgestellt dass es dort sehr schön sei, aber bei ihm wäre es auch schön. UND er hat ein großes Haus! Man man man.. Die alten Opis sind doch überall gleich.^^ Ich hab schon in Neubrandenburg beim Gassi des Öfteren gehört „Wenn ich 30 Jahre jünger wäre, würde ich Sie ja sofort heiraten!“ Dann wäre der Opa aber immer noch 15 Jahre älter gewesen als ich – nee lass mal.  Der Ire wollte dann noch wissen wie alt ich bin und bestimmt noch meine ganze Lebensgeschichte… aber ersten hab ich insgesamt vielleicht ein Viertel von dem verstanden was er gesagt hat und außerdem wurde es langsam echt frisch und ich verabschiedete mich so höflich ich konnte. Er hat mich aber noch wissen lassen, dass er da unten an dieser Stelle jeden Abend sitzt und er hofft, dass wir uns nochmal sehen… Gut zu wissen. Ich werde abends also nicht mehr dort lang gehen. Ist ja voll peinlich wenn ich seinen Dialekt nicht verstehe… und er mich heiraten will!^^
Tja… das war der Tag heute. Recht entspannt, recht nebelig und am Ende doch noch ganz schön…lustig.
Vielleicht seh‘ ich den Opa ja wirklich nochmal und versteh dann schon die Hälfte, ich kleiner Optimist (neuerdings). Falls ja, werdet Ihr die ersten sein die es erfahren! ;)
Also dann.
Bis morgen! (Je nach WiFi-Situation)

P.S.:
Dieser Post ist mit Müh' und Not von meinem.Handy aus gesendet!

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